Das Gesicht ist mächtig

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Peinlich ist die Ikonographie: Putin, Obama, Assad, Merkel, Clinton, Varoufakis – Marionetten eines Schachpiels, auf dem die Position des Königs wechselt, sogar der König wechselt. Peinlich, peinlich, peinlich – diese Analysen und Zusammenhänge und Konjunktive von Analytikern und Analytikerinnen, die ein paar Informationen zusammenhängen und ein neues Netzwerk von Theorien präsentieren. Mit jedem weiteren Fakt kann es sogleich verändert und entfremdet werden, gezerrt und verzerrt, je nach Gusto. Es wissen die, die spielen, was sie wissen möchten und präsentieren können. Woran lassen sie teilhaben? An ihrer Kriegsführung, an Scheinzüge und blendenden Strategien, an Tröpfchen aus einem Kaktus in der Wüste.

Ja, lieber Ken von KenFM (Audio-Video) wir können uns all dem entgegen stellen und zivilen Ungehorsam zeigen, die Oase okkupieren und mit den Kakteen ordentlich zuhauen. Wirst du zu den Leuten auf die Straße gehen und ihnen eine Mahlzeit kochen? Aus welch prädestinierten Lagen fordern die Menschen? Welche Weitsicht haben sie während ihres Zuges von b2 auf b3? Würde der Anarcho, der Antifa dem bekehrten Bankier in Zweireiher eine Matratze anbieten? Wenn wir so weit sind, dass wir uns und unsere Ideologien aufgeben und tatsächlich den Sinn von Menschenrecht und Wahrheit erkennen, wenn wir die Gemeinschaft und die Lebensweise exakt bestimmen können, weil wir diese Prinzipien leben, dann können wir darüber reden, dass wir zusammenhalten und die Wirtschaft samt ihrer Handlanger, die Mächtigen, bezwingen.

Wer gibt den Kick im Fußball-Stadion auf? Wer enthält sich den modischen Frühjahrskollektionen? Wer sagt, ich entsage zu meinen Ungunsten Gas und Benzin zum Wohl der Erde, des Friedens und zu Gunsten der Minusbilanzen gewisser Konzerne? Der Hedonist wird erst aufbegehren, wenn ihm der Grund seiner Begierden entzogen wird. Wer wird aufgeben seine Reputation, seine zugesicherte fiktive Sicherheit monetärer Stabilität, also Überlegenheit, die angebliche Unabhängigkeit, die beim nächsten Bäcker endet? Wer kann seine Angst (vor dem Anderen) vergessen? Die, die tatsächlich mehr geben, als nehmen und opfern aus Erfahrung und Verständnis heraus, sind rar. Das sind genau die, die nicht mehr reden, sondern still handeln. Lieber Ken, kannst du den Löffel leise in der Suppe kreisen?

Strukturen und Grenzen sind perfide. Ständig den Einen zu akzeptieren oder die ihm entgegen gestellte These, dämonisiert den Anderen auf der gegenüberliegenden Seite des Regebogenspektrums. Es ist erschreckend, was sich Medien leisten und ebenso erschreckend, was sich die in den „freien“ Medien leisten, die die großen Häuser, die kommerzielle Presse, die Engagierten und die vielen Blinden nieder sprechen auf dem Boden des Baumes der Erkenntnis. Wir pendeln zwischen zwei Polen, zwischen blau und gelb. Letztlich gehen die Kritiker nur mit anderen Informationen ein wenig anders um. Sie denken mehr, als dass sie glänzen mit treuen Augen oder als dass sie sitzen mit Schwanz wackelnder und Zunge triefender Haltung in Pressekonferenzen. Was sich hierbei als Wahrheit zeigen soll, stößt an nachzudenken. Mehr nicht. Und das ist gut.

Diese gefundenen eventuellen Möglichkeiten bleiben eben das. Das beschreiben die Quanten, aus denen Boden, Baum und Luft sind. Die Möglichkeiten sind unendlich. Manifestiert werden wenige von denen, die wissen und (laut) machen, die eine Erfahrung kreieren. Diese werden in den Äther geschickt und abgenickt. Und wenn wir nicht noch ein paar Whistleblower mit harten Fakten und tatsächlichen Beweisen als Helden feiern können, tappen wir in der Unendlichkeit dieser schmalen Lichtbreite und stricken darin un-mögliche Universen oder Sonnensysteme, Konstrukte schöpferisch entgleister und verkopfter Naivität, die weit voneinander entfernt sind und doch der einen ent-geistigten Wahrheit entspringen. Wo ist sie, die Wahrheit? Und welcher Spekulant hält, bis sie gefunden sein wird, das Maul? Das Andere ist Hetze, die spaltet und nicht vereint.

Bitte schön.

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