Wir kreieren. Frieden und Humanität kommen aus uns wie Angst und Gewalt. Illusion.

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Bomben werden gezündet, Hass-Phrasen werden lauter. Die Menschen streiten sich und schieben sich Verantwortung gegenseitig zu. Einige übernehmen sie im eigenen Interesse. Angst treibt an. Es wird Zeit aufzuwachen und sich dem Konflikt zu stellen. Jeder für sich und dann im Kollektiv.

Es kriselt. Der Dalai Lama sagt, Gebete allein könnten es nicht richten. Es müsse gehandelt werden. Sadhguru spräche sich für Konflikt statt für Mitgefühl aus, sollte er Angela Merkel beraten. Die spirituellen Führer äußern sich nur mit wenigen Worten zur Krise. Sie reden über Bewusstsein, das Ich in allem und alles im Ich, das Leben im Moment. Politiker ziehen sich gegenseitig die Wörter aus dem Mund, wollen sie entweder selbst benutzen oder gleich verschlucken, bevor sie jemand ausspricht. Die einen beobachten fern von anderen Kontinenten, die anderen sind ratlos und handeln. Die einen kennen Rebellion und Revolution, für die anderen ist das neu in ihrem Schutzraum um den ungenaue Wurfgeschossen, Fluginstallationen und Spione kreisen. Die einen leben und erleben die tägliche Unsicherheit auch bei ihren Mitmenschen und Gefolge, die anderen dachten, sie könnten alles und alle sichern. Diese führenden Persönlichkeiten stehen außerhalb der Aktionen. Und doch sehen alle hin mit fragenden Blicken. Was nun? Was werdet ihr tun? Was sollen wir tun? Beten? Spenden? Auffällige, stereotypisierte Personen melden?

Was ist mit den Menschen? In Europa verdichtet die Angst ein Gewebe. Die reine Luft wird knapp, sie verändert sich. Die Menschen verändern sich. Angst, Unsicherheit, Aggression drücken sich aus. Sie ziehen wie dunkler Nebel aus mehreren Richtungen und die Schwaden vereinen sich. Das war nicht auszuschließen, wenn Ich in allem und alles im Ich. Das ist das Kollektiv, die Matrix, das verbindende Bewusstsein der Menschen, unter deren Füße die Erde pulsiert. Das ist Energie, die in jeder Pore und in jeder Zelle zwirbelt, die in jeder Faser und in jedem Dunkel nistet. Dieses kollektive Bewusstsein verdichte mit seinen Informationen die Leere des kosmischen Bewusstseins. Offene Herzen schließen sich, wenn sie davon berührt werden. Wie durch einen Virus werden gesunde, fröhliche Menschen zu paranoiden Gegnern von Bedrohungen. Ihre Angst projizieren sie auf das Bedrohliche und auf die, auf die der sicher geglaubte Politiker sein Blendlicht ausrichtete. Denn auch er hat Angst vor Bomben, vor Drohungen, vor Terror und Tod. Also sucht er Täter, Attentäter, Schuldige. Die findet er. Die melden sich.

Die Angst hält uns fest. Die Angst kommt nicht vom IS. Die Angst ist viel älter. Sie ist die Angst vor dem Ungewissen, der Macht, dem Tod, dem Verlust, der Verletzung. Sie erinnert uns an das Alte, an Erzählungen, an Erfahrungen. Wir haben Angst, dass uns das passiert, was die Terroristen planen. Wir haben Angst, dass das passiert, was wir mit großem Abstand erst noch als Bericht irgendwo weit weg registrierten. Plötzlich ploppen die Zahlen der Toten wieder auf, die Bilder aus Zeitungen mit verstaubten und blutenden Menschen vor demolierten Häusern. Wir haben Angst, weil seit Jahren etwas Unkontrolliertes näher rückt. Wir haben Angst, weil wir nicht vertrauen in die Schutzinstanzen, in die Offiziere, in die Politiker, die Waffen liefern ließen von deutschen Produzenten und die dann Kinder, Brüder, Ehemänner schickten, um gegen fremde Männer mit den eignen Waffen zu kämpfen.

Warum hat Putin keine Angst? Vielleicht verheimlicht er sie. Vielleicht verheimlicht er etwas. Und warum ist es momentan wichtiger zu wissen, was der DFB vor Jahren unterschrieben hat? Wo doch alle wissen, dass der Sport korrupt ist in Russland, Kenia, China, Deutschland, Frankreich und andernlandes. Spätestens seit 1980. Der Spanier Juan Antonio Samaranch erstand mit Adi Dassler einen Werbeclou und dürfte sich auf dem Präsidentensessel des IOC einsitzen. Folgende 21 Jahre waren sauber? Nee. Warum setzen sich zur Abwechslung nicht die hohen und großen Köpfe zusammen? Was wird uns verschwiegen? Ist es Zeit die Korruption der Politik zu entlarven, wie es Andreas von Bülow in einem Interview beim Alpenparlament Kongress vor zwei Jahren tat oder Oskar Lafontaine auf facebook vor wenigen Tagen versuchte? Der Zeigefinger Helmut Schmidt ist tot. Er hat nie die Politik verraten. Liegt das Wahre etwa schon in den wenigen getätigten Aussagen? Oder liegt es noch viel versteckter als es die (ehemalige) Politik wahrhaben möchte?

Ist das Eindringen von den wenigen angriffslustigen Fremden und der Flüchtlingsstrom wirklich notwendig? Ist es wichtig, dass der Alltag weitergeführt wird, dass einige Staaten kaum Interesse an der Lage hier in Europa zeigen? Shit happens. Life continues. Ist es richtig, dass Menschen die Angst und Aggression zwar fühlen, sie jedoch nicht auf ihren Ursprung zurückführen, sondern sie auf Alltägliches projizieren, im Alltäglichen den Feind ermitteln?

„At the end of his talk someone from the audience asked the Dalai Lama, ‚Why didn’t you fight back against the Chinese?‘ The Dalai Lama looked down, swung his feet just a bit, then looked back up at us and said with a gentle smile, ‚Well, war is obsolete, you know.‘ Then, after a few moments, his face grave, he said, ‚Of course the mind can rationalize fighting back … but the heart, the heart would never understand. Then you would be divided in yourself, the heart and the mind, and the war would be inside you.'“(facebook, Bodhi Paul Chefurka)

Unser Gegner ist nicht der Islam, sind nicht die Terroristen. Unser Gegner ist in jedem von uns – da drüben in Syrien und hier in Deutschland. Jeder in uns trägt einen Konflikt und Schuld. Flüchtlingsströme gibt es schon länger als zu der christlichen Zeitrechnung. Und immer war es das Gleiche: Eine Macht bewegt die Masse ihr zu folgen. Opfer fallen. Erinnerungen bleiben. Konflikte bleiben. Täter bleiben. Opfer bleiben. Von Generation zu Generation setzt sich diese Spirale fort. Das Schicksal der anderen ist auch unser Schicksal. Es berührt Vergangenes, das wir bemüht ignorieren oder unterdrücken. Und dieses Verhalten wird begünstigt und kanalisiert. Wir und die Anderen.

Wie können wir uns aus dieser Spirale befreien? Durch die Konfrontation mit dem Konflikt. Durch die Aufmerksamkeit auf die Traumata, die wir, unsere Eltern, deren Eltern, deren Eltern usw. usf. erlebten. Durch die Verantwortung für etwas, das uns aus Rollen von Opfern und Tätern befreit.

Das Geflecht zieht auf. Es trägt Informationen aus dem heißen Osten und triggert Emotionen alter Erinnerungen. Wenn die Menschen um uns herum infiziert werden, werden sie ängstlicher oder aggressiver, schimpfen auf Politiker und fremde Menschen, fühlen sich ohnmächtig, finden Gleichgesinnte, finden Zugang, finden Gruppen. Möglich ist, dass es Pegida- und AfD-Anhängern und Salafisten (in Deutschland) ähnlich ging. Vielleicht ging es Rebellen und Terroristen einst sogar so. Unglauben führt zu Glauben in Krisenzeiten. Glaube hat viele Dimensionen. Glaube hat dunkle Seiten. Er spricht nicht von Rollen frei. Ein Mensch im Glauben an eine Obrigkeit gibt seine Verantwortung ab und bleibt der ohnmächtige Menschen. Die Gottesgestalt gibt ihm Vertrauen, damit er stark ist, stark bleibt. Die Spirale dreht sich weiter.

IS oder NS – Propaganda funktioniert heute wie damals. Und weil es eine so öffentliche und offenkundige Strategie ist, kann es nicht sein, dass terroristische Planungen unerkannt bleiben. Warum versagen die „Sicherheitskräfte“ und Abhördienste, aber jeder gedownloadede Link wird zur Anzeige gebracht? Welcher Nutzen steckt dahinter?

Wo sind die alternativen Friedenskämpfer und Humanitätsfordernden, die anonymen und transparenten Schattenspringer? Wir sitzen als Majorität zusammen in diesem Geflecht und schlagen mit dem Armen in eine omnipräsente Energie. Irgendwelche lachen ganz herzlich und wischen sich Tränen von den Augen. Sie sehen an ihren Strippen ziehend, es kommt, wie es kommen soll.

Jetzt noch fühlen wir die Bedrohung. Jetzt noch fühlen wir die Angst. Jetzt noch ist es dunkel und wir verstehen nicht. Und es wird dunkel bleiben, noch dunkler werden. Und auf der anderen Seite wird es heller durch Menschen, die sich befreien von Konflikten, von Rollen, von Obrigkeiten und anderen dabei helfen, sich zu befreien. Das ist die eigene Macht, die sich der Besinnungslosigkeit stellt. Aufwachen, hinsehen, akzeptieren, durchgehen.

Alles verändert sich, alles vergeht – permanent. Nichts ist Identität; doch alles ist Ich wie Ich alles bin.

 

Beobachtungen und Fakten sind niemals die Wahrheit, sie sind Ausschnitte und skizzieren ein Bild, eine Tendenz. Zumeist nimmt ein Text eine Haltung ein. Jede Wertung, jedes wertende Wort sublimiert diese. Es obliegt dem achtsamen Beobachter die Wertung – darunter Ausblendungen, Fokussierungen, Aversion und Affirmation – vorbei ziehen zu lassen, unangetastet.

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